WS22/23 Nr. 9-2 „Einführung in die Freud’sche Psychoanalyse“: II. Die Triebtheorie

Fortsetzung der Seminarreihe

Leitung: Dipl.-Psych. Michael Maute

Form: Präsenzveranstaltung in 4 Teilen 

Teil 1: Donnerstag, 22.09.2022, 19:00-22:15 Uhr

Teil 2: Donnerstag, 29.09.2022, 19:00-22:15 Uhr

Teil 3: Donnerstag, 10.11.2022, 19:00-22:15 Uhr

Teil 4: Donnerstag, 17.11.2022, 19:00-22:15 Uhr

Für: Kandidaten (m/w/d), Gasthörende

Thema: Die Triebtheorie gehört zu den grundlegenden Konzepten der Freud’schen Psychoanalyse. Wenn wir uns nach der sog. „Verführungstheorie“ im I. Teil unserer „Einführung in die Freud’sche Psychoanalyse“ mit der Trieblehre beschäftigen, dann befinden wir uns begrifflich auf der Ebene der allgemeinen psychoanalytischen Theorie oder der Metapsychologie. Die Triebtheorie und mit ihr die infantile Sexualität bilden das Kernstück der Psychoanalyse Freuds und die konstitutionelle Grundlage des Subjekts. Unabhängig von Trieb und Sexualität lassen sich weder das Ich, noch das Objekt oder der Narzissmus und auch nicht die Ätiologie der psychischen Störungen psychoanalytisch denken. Im Laufe der Ausarbeitung der psychoanalytischen Theorie hat Freud verschiedene Triebmodelle entwickelt. Für das Verständnis der Sexualität ist zunächst das erste dualistische Triebmodell wichtig, das zwischen Ich- oder Selbsterhaltungstrieben und Sexualtrieben unterscheidet und in dem die Definition des Sexualtriebes schon eine erste entscheidende Erweiterung gegenüber den gängigen Vorstellungen erfährt: In den Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie (1905) wird die scheinbar naturhaft vorgegebene Verbindung zwischen Sexualtrieb und 21 Fortpflanzungsfunktion ebenso aufgehoben wie die strikte Koppelung des Sexualtriebes an die Genitalien. Eine nächste Erweiterung erfährt der Begriff der Libido in der Schrift Zur Einführung des Narzissmus (1914). Dieses zweite Triebmodell, das mit der begrifflich unklaren Unterscheidung zwischen der Ichlibido und der Objektlibido den für Freuds Triebkonzept wesentlichen dualistischen Ansatz zu sprengen droht, wird in dem dritten Triebmodell reformuliert. Der Aufsatz Jenseits des Lustprinzips (1920) unterscheidet jetzt zwischen Lebenstrieb und Todestrieb und begründet damit den für Freud grundlegenden Triebdualismus neu.

Veranstaltungs-Details

Datum, Uhrzeit 29.09.22, 19:00
Termin-Ende 29.09.22, 22:15
Stichtag, Anmeldungsende 28.09.22
Speaker Dipl.-Psych. Michael Maute
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